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Braucht man auf einer Chinareise ein VPN?

Sollten Sie in China ein VPN einrichten? Mit einer eSIM mit Auslandsrouting brauchen die meisten Reisenden gar keins. Ehrlich erklärt: wie die Firewall funktioniert, der Unterschied zwischen LB und HR, die Rechtslage für Reisende, welche VPNs aktuell laufen und wie Sie sich vor der Abreise vorbereiten.

An alle, die nach „China VPN” suchen: Zuerst das Wichtigste – mit der richtigen eSIM müssen die meisten gar kein VPN einrichten. Diese Seite hilft Ihnen herauszufinden, ob Sie in Ihrem Fall ein VPN brauchen oder nicht.

Ein Zierband mit dem Seigaiha-Wellenmuster und einem roten Siegel.

Braucht man in China überhaupt ein VPN?

Auf dem chinesischen Festland sind Dienste wie WhatsApp, Google, Instagram und Facebook gesperrt. Um sie zu nutzen, müssen Sie „nach außerhalb” der Firewall gelangen – und dafür gibt es zwei Wege: ① eine eSIM mit Auslandsrouting (ohne VPN) oder ② ein VPN. Den meisten reicht Weg ①, und das VPN bleibt die „Absicherung”.

Was die Firewall tatsächlich sperrt

  • Nicht nutzbar: alle Google-Dienste (Suche, Maps, Gmail), YouTube, WhatsApp, Instagram, Facebook, X usw.
  • Nutzbar: chinesische Apps (WeChat, Alipay, Amap usw.).

Damit sind viele der Apps betroffen, die deutschsprachige Reisende im Alltag verwenden. Genau deshalb sollten Sie sich schon vor der Abreise ein „Mittel, um aus der Mauer herauszukommen” zurechtlegen.

Die Abkürzung, die viele VPN-Guides verschweigen: eSIM mit Auslandsrouting

Eine eSIM mit internationalem Roaming leitet Ihre Daten automatisch nach außerhalb Chinas – etwa über Hongkong oder Singapur. Das Smartphone verbindet sich zwar mit einem chinesischen Funkmast, aber der Datenverkehr verlässt das Land über ein internationales Gateway, bevor er die Mauer überhaupt berührt – deshalb funktionieren gesperrte Apps ganz ohne VPN. Wie das technisch funktioniert, ist im eSIM-Guide bebildert. Statt „mit dem VPN über die Mauer zu klettern” geht der Gedanke dahin, „gar nicht erst hinter die Mauer zu geraten”.

LB und HR: Der Routing-Unterschied entscheidet über die Verbindung

Ob das Roaming die Mauer umgeht, hängt davon ab, ob es sich um Local Breakout (LB) oder Home Routing (HR) handelt.

  • HR (Home Routing): Die Daten laufen über den Vertragsanbieter (im Ausland) hinaus → die Mauer wird umgangen. Reise-eSIMs sollten von diesem Typ sein.
  • LB (Local Breakout): Die Daten gehen lokal (in China) direkt ins Internet → sie treffen auf die Mauer.

Auch bei „China-tauglichen eSIMs” ist der Weg nicht immer ausgewiesen. Prüfen Sie deshalb beim Kauf, ob es sich um den Typ mit Auslandsrouting handelt. Bei einer eSIM mit integriertem VPN (siehe WLAN-Miete vs. eSIM) entfällt diese Sorge.

Wann Sie trotzdem ein VPN brauchen

  • Beim Verbinden mit WLAN von Hotel, Flughafen oder Café (das ist lokales Netz = innerhalb der Mauer).
  • Als Ersatzverbindung, wenn die eSIM nicht rundläuft.
  • Wenn Sie sich beruflich sicher mit bestimmten Firmensystemen o. Ä. verbinden wollen.

Am sichersten fährt man mit „eSIM, plus zur Sicherheit ein VPN”.

Nach den chinesischen Bestimmungen kann die Nutzung internationaler Verbindungen, die der Staat nicht genehmigt hat, mit Verwarnungen oder Bußgeldern belegt werden. In der Praxis liegt der Schwerpunkt der Durchsetzung jedoch eher auf der Inhalts- und Anbieterseite (Verkauf, Betrieb); dass Touristen, die ihre Alltags-Apps aufrufen, ins Visier geraten, ist nicht üblich. Trotzdem bleibt es eine Grauzone – das ist Fakt. Am saubersten ist es, gar kein VPN zu brauchen, sondern eine eSIM mit Auslandsrouting, die die Daten legal aus China herausleitet. Da sich Gesetze und Praxis ändern können, prüfen Sie den aktuellen Stand bitte über offizielle Quellen.

VPNs, die in China aktuell „wirklich laufen”

Weil China eine hochentwickelte Zensur betreibt, funktionieren viele VPNs dort nicht. Als im Reise-Alltag relativ stabil gelten laut Berichten ExpressVPN, Astrill, Surfshark u. a. (die Preise schwanken je nach Zeitpunkt, prüfen Sie sie beim Bezahlen). Keines davon ist jedoch zu 100 % garantiert. Eben deshalb ist „eSIM als Haupt-, VPN als Absicherung” der solide Weg.

Warum kostenlose VPNs in China kaum funktionieren

Kostenlose VPNs leiden unter einem dreifachen Problem: ① sie werden leicht gesperrt, ② sie sind langsam, ③ sie bergen Datenschutzrisiken – in China sind sie damit praktisch unbrauchbar. Auch für eine kurze Reise gilt: Wenn schon zur Absicherung, dann ein kostenpflichtiges mit gutem Ruf.

Vor der Abreise installieren (vor Ort schwierig)

Sind Sie erst in China, sperrt die Firewall die Websites vieler VPN-Anbieter, und auch die App-Stores beschränken den Download von VPNs. Deshalb gilt für VPN wie eSIM: die Einrichtung unbedingt vor der Abreise über das heimische WLAN.

Einrichtung Schritt für Schritt

  1. Richten Sie vor der Abreise eine eSIM (mit Auslandsrouting) ein (→ eSIM-Guide).
  2. Wenn Sie ein VPN zur Sicherheit nutzen, installieren Sie die App vor der Abreise und erledigen Sie auch den Login.
  3. Testen Sie nach der Landung zuerst mit einer einzigen Nachricht über die eSIM, ob das Senden und Empfangen funktioniert.
  4. Schalten Sie das VPN nur dann ein, wenn Sie sich z. B. mit dem Hotel-WLAN verbinden – je nach Situation.

Quellen

Deine Vorbereitung